Ausstellungszeitraum:

17.10.2014 - 27.02.2015


Öffnungszeiten:

Montag: 08:00 - 16:00 Uhr
Dienstag: 08:00 - 16:00 Uhr
Mittwoch: 08:00 - 16:00 Uhr
Donnerstag: 08:00 - 16:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 16:00 Uhr
Samstag: geschlossen
Sonntag: geschlossen




Eintritt: 1.00 €



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Faltblatt Ausstellung
EISERNE WELTEN

Seit der Entdeckung des Eisens als formbares Material durch den Menschen hat dieser Urstoff nicht nur maßgeblich die Entwicklungswege der menschlichen Gesellschaft beeinflusst, sondern übt auch bis heute eine ungebrochene Faszination auf Nutzer und Betrachter aus. Das mag an den Gegensätzen liegen, die das Metall in seiner  Metamorphose vom Erz  zum nutzbaren Gegenstand vereint:  Hitze und metallische Kühle, Härte und Metallfluss werden mit Werkstoff verbunden. Aus der Allgegenwärtigkeit des Eisens rührt auch die Popularität des Schmiedehandwerks.  Da es sich um einen der ältesten Berufe der Menschheitsgeschichtehandelt, ranken sich um das Tun seiner  Protogonisten seit Anbeginn zahlreiche Mythen sowie Geschichten und in der Phantasie der Menschen griffen sogar Götter zu Amboss und Hammer. Zu den modernen Nachfolgern eines Hephaistos oder Vulcanus  zählt Olaf Hannemann. Auch der gelernte Werkzeugmacher zeigt sich von der Tradition der Schmiedekunst und den Möglichkeiten des Materials tief beeindruckt: „Die Entscheidung für Metallgestaltung ist bei mir früh gefallen, und ich habe sie nie bereut. Was mich dabei begeistert, ist, dass ich den gesamten Prozess vom Rohling bis zum fertigen Objekt komplett selbst in der Hand habe. Da wird gedreht, gefräst, geschweißt und eben geschmiedet. .. Im Prinzip ist Schmieden ganz einfach: ich habe eine Idee, mache eine Skizze. Und dann entsteht durch meine Hände … Arbeit, mit Hilfe von Feuer und Hammer ein Ergebnis. Der Umgang mit dem Element Feuer, mit einfachen Materialien verbunden mit dem Einsatz des ganzen Körpers, das macht mir beim Schmieden Spaß und ist einfach ein gutes Gefühl."  Resultat dieses  Gestaltungsprozesses sind Objekte und Figuren, welche in vielfältiger Form die Möglichkeiten des metallenen Materials ausloten.  Mit der Gestaltung filigraner Windspiele gelingt es  Olaf Hannemann, die Schwere der Materie in eine spielerische Leichtigkeit der Form zu übersetzen.  Betrachtet man seine Metallskulpturen so erlebt man die Übersetzung des Naturvorbildes in  phantasievolle Darstellungen von abstrahierten Tierdarstellungen und Bildlösungen, die auch in abstrakte Gestaltungen münden können.

Ergänzend zur kleinen Werkschau des Metallgestalters sind in der Ausstellung Fotoarbeiten von Schülern des von Saldern- Gymnasiums zu sehen, die sich im Rahmen ihres Kunstunterrichts mit „Eisernen Welten“ beschäftigten. So besuchten die Gymnasiasten das Industriemuseum in Brandenburg a. d. Havel und spürten den Hinterlassenschaften der Metallschmelze in den riesigen Hallen des alten Stahlwerks nach. Beeindruckt sprachen sie in ihren Reflexionen von einem „Eisernem Land, das von innen heraus glüht“, von Zeichen, die sie an „harte Kratzspuren und Menschennarben“ erinnern. Die Erfahrungen aus dieser Kursarbeit ließen den Wunsch entstehen, auch in der Schmiedewerkstatt von Olaf Hannemann auf Motivsuche zu gehen. Ergebnisse dieser Exkursion werden dann ab Dezember 2014 im Rahmen der aktuellen Ausstellung zu sehen sein.

Olaf Hannemann

Jahrgang 1967

geboren und aufgewachsen in Berlin

gelernter Werkzeugmacher

arbeitet seit 1988 freiberuflich

als Metallgestalter, Schmied und Schlosser

Studienaufenthalte und Ausstellungen in Polen, Italien, Israe und der Schweiz

 

 

Eiserne Welten

Eine ganz andere Welt parallel zu unserer

rostig und doch heil, Kalt aber auch warm,

heiß und doch kühl,

voller Licht und voller Schatten,

leer aber gleichzeitig voll,

offen und doch geheimnisvoll,

Feuer ohne Wärme.

Eine Reise ohne Anfang und Ende

Eine Welt so grundverschieden

und doch einig!

Eine Welt so kontrastreich und voller Details

Eisernes Land, das von innen hinaus glüht.

Voller Farbe, Formen, Splitter, Detail, Härte,

voller Assoziationen.

Schwer zu fassen, noch schwerer einzufangen!

Eine eiserne Welt …

Ann- Kathrin Rößling, Schülerin, 17 Jahre