Ausstellungszeitraum:

20.06.2007 - 29.06.2007


Öffnungszeiten:

Montag: 08:00 - 16:00 Uhr
Dienstag: 08:00 - 16:00 Uhr
Mittwoch: 08:00 - 16:00 Uhr
Donnerstag: 08:00 - 16:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 16:00 Uhr
Samstag: geschlossen
Sonntag: geschlossen




Eintritt: 0.00 €



 

 

 

Stadt - Land - Fluss

In unserem deutsch-litauischen Austauschprojekt haben wir scheinbar gegensätzliches miteinander verbunden: die Arbeit in der Natur mit den Neuen Medien – Landart mit Fotografie und Film. Maßgeblich Anteil hatten an dieser Konzeption unsere Jugendlichen. Sie haben im Vorfeld Kontakte mit den litauischen Jugendlichen geknüpft und gemeinsam diese Idee entwickelt. Erst im Anschluss haben wir Künstlerinnen und Pädagoginnen diesen Prozess aufgegriffen.

Beide Seiten wollten sich mit der Natur beschäftigen und sich mit ihr mit künstlerischen Mitteln auseinander setzen. Durch einen Filmbeitrag über Land-Art zeigten wir Ihnen die Möglichkeiten. Eigene Blicke durch Passepartouts in die Umgebung regten sie dazu an, die wahrgenommenen Signale aufzunehmen und auf künstlerische Weise sichtbar zu machen. So  entstanden Installationen auf Wegen, an Bäumen und am Wasser. Unter fachkundiger Anleitung der KulturpädagogInnen aus Deutschland und Litauen, wurden für die Kunstobjekte Blätter, Zweige, Steine und Farbpigmente benutzt. Mit Zahnstochern wurden die Baumblätter zu langen Schlangen verkettet, blutrot und rapsgelb betuscht und durch ein Flüsschen gezogen. Nur kurz wirbelte der unwirkliche Farbstrudel durchs Wasser, festgehalten von den Klicks kleiner Digitalkameras. Ein Labyrinth aus Steinen, eine kunstvolle Anordnung der Stöckchen und kleinen knorpeligen Äpfeln – Versuche das Außergewöhnliche in der Natur durch ein junges Auge zu entdecken und damit zu spielen. So entstanden vergängliche Gebilde, die nur wenige Tage oder gar Stunden überdauerten. Die Vergänglichkeit der Natur-Kunst wurde in Fotos festgehalten und in dieser Form in die Stadt getragen.

 

Das Projekt war wunderbar. Es hat bei den jungen KünstlerInnen den Sehsinn geschärft für die unendliche Fülle an Mustern, Formen und Farben, die die Umgebung bietet. Es entstanden zahlreiche Naturobjekte und Installationen. Die großformatigen Fotos, Videos und die begleitenden Fotodokumentation zeigten wir in der St. Petri Kapelle am Dom Brandenburg an der Havel.

 

Doch das wichtigste Ergebnis: In der deutsch-litauischen Zusammenarbeit entstanden nicht nur sichtbare Werte. Das Wertvollste – Erlebnisse, Erfahrungen, interkulturelle und soziale Kompetenzen – ist unmöglich mit Video- oder Fotokamera festzuhalten. Zum Gelingen trug auch unser pädagogisches Programm bei, das mehr umfasste als nur die Auseinandersetzung mit der Natur mittels künstlerischen Aktivitäten. Sowohl die Arbeit in den national gemischten Gruppen als auch die der Freizeit und gemeinsame Exkursionen boten den Jugendlichen ausreichend Möglichkeit, Geschichten über Deutschland und Litauen, das eigene Zuhause und den Alltag zu erzählen. Dadurch gab es viel Neues über das Leben in einem anderen europäischen Land zu erfahren.

Land-Art

 

Die Kunst-Bewegung Land-Art entstand in den USA der späten sechziger Jahre.
Die Natur wird nicht nur abgebildet, sondern selbst als Medium verwendet. Die KünstlerInnen arbeiten mit den verschiedensten Materialien, die in der Landschaft zu finden sind, wie Sand, Lehm, Stein, Moos, Farn, Blätter, Holz oder Blüten. Angesichts der Vergänglichkeit der Kunstwerke, die meistens außerhalb des traditionellen Ausstellungs-bereiches Galerie und Museum realisiert werden, bedienen sich die Land-Art-KünstlerInnen verschiedener Hilfsmittel zur Verbreitung ihrer Kunst. So halten sie ihre Werke insbesondere auf Fotografien und Filmen fest.